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Aufregeung gegen Samenspenderauskunft!

Guten Abend Nemo;

ich schreibe dir aus einem einfachen, sehr eigennützigen Grund: um meinem Ärger Luft zu machen.

Ich habe vor einigen Tagen Nachrichten gesehen (ein Fehler; ist nicht gut für meinen Blutdruck) und ein Thema die Entscheidung eines verdammt hohen deutschen Gerichts, dass Menschen das Recht haben einzuklagen zu erfahren, wer ihr genetischer Vater ist, wenn sie durch Samenspende aus einer Datenbank gezeugt wurden. Was ein Thema, was ein Potential für Wutbürger.

Ich bin kein Experte und nicht betroffen, aber zuerst erkläre ich (dir und mir) dieses Recht und das Problem, wie ich es verstehe. Die Ausgangssituation sind drei Menschen. Auf der einen Seite steht ein Paar. Nach deutschem Gesetz muss es ein verheiratetes, heterosexuelles Paar sein (ich kommentiere das hier nicht, obwohl ich es nicht gut finde. Verdammt, das war ein Kommentar). Dieses Paar kann keine Kinder bekommen, da der Mann nicht zeugungsfähig ist (Ich umgehe damit die angrenzen Problemfelder der Eizellenspende und der Leihmutterschaft, da ich mich über diese nicht aufgeregt habe). Auf der anderen Seite steht ein Mann, der zeugungsfähig ist. Er entscheidet sich - aus einem Grund zwischen Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden und Geldnot - für eine Samenspende bei einer Samenbank. Ihm ist klar, das er nicht erfahren wird, ob mit seinem Genmaterial Kinder gezeugt wurden oder wer diese Menschen sind.

An dieser Stelle möchte ich etwas festhalten: wir reden nicht von einer spontanen Entscheidung in einem schwachen Moment! Das Paar muss einen langen bürokratischen Prozess über sich ergehen lassen. Die Frau und angehende Mutter hat das Glück eine Reihe medizinischer Termine hinter sich bringen zu dürfen. Der Mann muss ein Formular ausfüllen - und jeder Erwachsene unserer Gesellschaft hat auf die eine oder andere Art gelernt nicht einfach alles zu unterschreiben.

Also: durch die bewusste Entscheidung eines erwachsenen Paares, wurde ein Kind gezeugt. Die Menschen (im nachfolgenden Eltern genannt) wissen, dass sie nicht wissen, wessen genetisches Material verwendet wurde. Die Eltern wissen, dass sie das Kind erziehen werden. Sie werden es sein, die dem Kind sagen, dass der Mann, den sie als ihren Vater kennen, nicht ihr Erzeuger ist. Sie entscheiden wann und wie sie diese Wahrheit offenbaren (eine Apokalypse für das Kind im eigentlichen Sinne). Es ist ihre Aufgabe, das Kind darauf vorzubereiten mit dieser Wahrheit zu leben. Sie dürfen entscheiden wann und wie die Offenbarung geschieht, deshalb sind sie auch für die Folgen verantwortlich!

Wer behauptet, ich würde übertreiben, verleugnet die Erziehungsaufgabe und -pflich aller Eltern!

Meine Logik ist einfach: Aktion und Reaktion. Wer für die Aktion verantwortlich ist, ist für alle absehbaren (und einige nicht zwingend absehbaren - fragt einen Juristen!) Folgen verantwortlich!

Der Samenspender entschied, nicht zu wissen, was mit seinem Genmaterial geschieht, nachdem er es der Samenbank übergab. Er entschied nicht erziehen zu können (und zu dürfen). Er konnte das Kind nicht vorbereiten. Er konnte nichts tun!

Jetzt kommt das neue Recht dazu. Das erwachse Kind kann einklagen zu erfahren, wer der Samenspender war. Ich habe zwei Fragen: Warum? Und was ist mit den Rechten des Samenspender?

Warum sollte das Kind (ich bleibe bei der Bezeichnung, auch wenn ich von einem Erwachsenen rede) dies erfahren wollen? Um zu erfahren woher es kommt und welche Rolle es in in der Welt einnimmt? Diese Fragen sind philosophisch und Jahrhunderte alt! Eine genetische Abhängigkeit zu einem bis dahin unbekannten Menschen hilft nicht bei der Beantwortung! Jemand, der so labil ist, seinen Selbstwert aus der Beziehung zu Fremden ziehen zu wollen, braucht einen guten Therapeuten, keine Auskunft von der Samenbank!

Und der Samenspender? plötzlich mit einem Fremden konfrontiert, der sagt: "Du bist mein Vater!". Tata, ein zweiter Kandidat für eine Therapie. Eine tolle Idee!

Ich setzte einen drauf! Bei Menschen, die ihren Selbstwert aus der genetischen Relation zu Fremden ziehen, haben die Eltern in der Erziehung versagt! Die Eltern versuchen nur die Verantwortung auf andere, auf einen Fremden abzuwälzen!

Steht zu euren Entscheidungen und akzeptiert die Folgen! Wenn die Folgen bedeuten, dass eure Kinder eine Frage stellen, auf die ihre NIE die Antwort wissen werden, dann (er)tragt die Konsequenzen! Belastet keine Fremden, belastet nicht die Gerichte, belastet nicht mich!

Es tut mir Leid für die Kinder, doch so wird das Spiel, das wir Leben nennen, gespielt. Manche Dinge - so wichtig sie uns erscheinen mögen - werden wir nie erfahren. Wenn ihr einen Schuldigen braucht, sucht bei denen, die sich für diese Situation entschieden haben. doch bedenkt, dass sie sich gleichzeitig auch entschieden, euch das Leben zu schenken und ein größeres Geschenk ist nicht denkbar.

Mehr möchte ich hierzu nicht sagen. Gute Nacht.

1.2.15 02:56
 


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