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Gerner-Wahn

Professor_in, BildhauerIn, Studierende

Jeder von uns hat ihn schon erlebt: den Gender-Wahn.

Denkt nur an die albernden Schreibweisen, die im Auge brennen - ja, ich meine Großbuchstaben mitten im Wort oder Unterstrichen. Ich bin nicht der Beste, wenn es um Rechtschreibung geht und habe nichts gegen etwas gedehnte Grammatik, aber das sieht aus, als hätte ein Zweitklässler die Sprache überarbeitet.

Ein Sprachpurist bin ich nicht; Sprache muss sich entwickeln und der Gesellschaft der Zeit anpassen. Doch die Sprache mit der Brechstange den Vorstellungen Einzelner Extremisten anzupassen, die der Meinung sind, eine veränderte Anrede in offiziellen Schreiben wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Gleichberechtigung, ist lachhaft.

Gleichberechtigung ist nötig, hat aber Grenzen. Und allen eine verdrehte und dem Sprachgefühl entgegenstehende Ausdrucksweise aufzuzwingen, bringt niemanden zur Ruflektion des eigenen Handelns (was wirklich und unbestritten zu Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Menschen führt), sonder erzeugt selbst bei Menschen wie mir - die sich selbst als aufgeklärt, vernunftbegabt und selbstreflektierend empfinden - ein Bedürfnis nach Rebellion aus, dass ich als Antifeminismus bezeichnen möchte.

Dieses Wort richtet sich gegen die Nörgeler, welche unter der Maske des Feminismus nicht für die gerechte Behandlung eines Menschen nach seinen Fähigkeiten und Potentialen eintreten, sondern bestimmten Menschen (sic Frauen) einen Vorteil zusprechen wollen. Begründet wird dies von wenigen mit einem Ausgleich der vergangenen Unterdrückung. Falls jemand von euch auch nur eine Spur Sinn in diesem Argument findet, so bitte ich diesen es mir zu erklären.

Eine gesunde Einstellung zur Geschlechter - oder besser: Genderfrage (definiert euer Geschlecht wie ihr wollt. Ich sehe bei 2 biologischen Geschlechtern nur 6 mögliche Sexualitäten [mag Männer; mag Frauen; mag beides; mag beides, bevorzugt aber Männer; mag beides, bevorzugt aber Frauen; mag nix], aber ich will euch nicht in Schubladen zwingen. Es gibt bestimmt dutzende Abstufungen) zeigte eine der attraktivsten (heiß greift zu kurz, weil sie meinen sophiaphielen Geschmack auch anspricht- ich steh auf Intelligenz, egal mit welchen Schwerpunkt, auch wenn Philosophie einen Vorteil hat) Frauen dieses Planeten, Emma Watson. Wenn ihr ihre Rede noch nicht kennt, klickt hier.

Nicht selten wird ein Mittelweg gewählt: Geschlechtslosigkeit. Studierende ist mein Lieblingsbeispiel. Kein Geschlecht um auch der Gefahr zu entgehen, das eine vor dem anderen zu nennen, was eine Wertung implizieren könnte. Das ist elegant, wenn auch feige. Ich sehe diesen Weg - obgleich er genial einfach die Probleme löst - etwas kritisch, denn er macht alle gleich; auf radikale Art werden wir eines weiteren Charaktermerkmals beraubt. Dem System ist egal, welche Fortpflanzungsorgane wir haben, solange wir uns an die Regeln halten und nicht aus der Reihe tanzen. Aber ich drifte ab. Für Anarchie und Systemkritik soll ein anderes Mal Zeit gefunden werden, hier geht es um etwas genauso wichtiges.

In den meisten Fällen geht es um Anreden oder Titel. Bei ersteren ist es eine Formsache, ob Männer oder Frauen zu erst genannt werden, darüber sollte sich niemand aufregen. Bei letzteren steht meines Erachtens nach die Leistung im Vordergrund. Warum nicht Frau Professor Müller? Niemand will sie ihrer Weiblichkeit berauben, aber das Wort hat sich mit maskulinem Genus entwickelt. Es steht für eine der höchsten Qualifikationen, die unsere Gesellschaft kennt. Wieso sehen wir es nicht als das an, was es ist: ein Titel, eine Auszeichnung‽ Wieso sehen wir in dieser eigentlich respektvollen Anrede eine Form von Diskriminierung‽

Mir wurde entgegengehalten, dass aus dem selben Grund Professorin als allgemeine Bezeichnung für alle genutzt werden könnte, doch dies ist gegen das über Jahrhunderte gewachsene Sprachgefühl, welches ich schon zu Beginn anführte. ich denke ich beende meine Ausführungen, denn ich habe für genug Denk- und Diskussionsstoff gesorgt.

Ein Appell zum Ende: Seht nicht in jeder Formulierung eine Provokation, sondern nehmt euch die Zeit, die Meinung des anderen zu verstehen. und wenn ihr provozieren wollt (wie ich, wenn ich mich gegen jede Form des sprachlichen Genderns wehre), dann seit euch bewusst, dass nicht alle euch verstehen werden. Nehmt es ihnen nicht übel; sie haben nicht gelernt zu denken.

19.10.14 23:58
 


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