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Verteidigung des Freien Willens

Dies ist eine Herzensangelegenheit von mir, daher bitte ich um Rücksicht. Kleiner Scherz. Wer schwächen meiner Ausführung findet, darf mich in der Luft zerreißen. Aber Vorsicht: wenn ich noch lebe, kämpfe ich. Ich bin zu faul zum wegrennen.

Nehmen wir an die Welt und alles darin (einschließlich der Menschen) lässt sich durch Naturgesetze beschreiben. Alles. Es scheint logisch. Es macht keinen Unterschied ob eine Wassermelone oder ein menschlicher Kopf mit 100 Sachen gegen eine Mauer prallt, es bleibt nur Mus übrig (wie gesagt: einer Herzensangelegenheit; macht meine Sprache etwas derber). Selbiges lässt sich für den gesamten menschlichen Körper in zahllosen Szenarien beschreiben. Zu behaupten, der Körper sei nicht wie alle sonstige Materie der Physik unterworfen, scheint unmöglich, solange eine gewisse Restintelligenz (super Wort) ausgegangen wird.

Nächster Schritt: Der Mensch ist den Naturgesetzen vollständig unterworfen. um nicht lange um den kalt werdenden Brei herum zu reden: ich rede von den Entscheidungen, die ein Mensch trifft. Libet-Jünger werden jetzt eifrig mit dem Kopf nicken.

Ich nehme mir (bzw. euch) die Zeit, einige Details anzufügen. Ist der Mensch den Naturgesetzen unterworfen, gibt es aus einem Zustand des Universums (als dem jetzigen) nur einen möglichen Folgezustand, welcher sich durch die Gesetze berechnen oder besser bestimmen lässt. In der Praxis ist dies scheinbar unmöglich, da zum einen es nicht möglich ist alle Teilchen des riesigen Universums zu erfassen und zum anderen die Unschärferelation (lest mal Heisenberg; öffnet euch die Augen, wenn ihr die Physik für exakt haltet) ein solches Erfassen unmöglich macht. Dennoch bleibt die Theorie unangegriffenen. Ein Grundzustand hat nur einen Folgezustand, welcher durch Gesetze festgelegt ist, auch wenn wir ihn nicht bestimmen können! (Hier ist mein einziger Schwachpunkt, wenn überhaupt)
Um einen bekannten Begriff zu verwenden, welcher mit unterschiedlichen Nuancen definiert wurde - mein Verständnis ist hoffentlich klar geworden - Determinismus.

Der Effekt auf den ich hinaus will ist ebenso einfach, wie genial und ich sage es ganz offen: ich möchte, dass der Gedanke determiniert zu sein euch anwidert. ich möchte, dass ihr ihn abstoßend findet und euch dagegen sträubt, egal wie gut die Begründung dafür ist und egal wie viele schlaue Menschen euch überzeugen wollen. Ich will eine Stimme in euren Hinterkopf setzen und die einzigen Gründe, warum ich das hier schreibe ist, dass ihr genau überlegt, ob ihr das zulasst und es euch bewusst wird, wenn ich es geschafft habe. Nennt es Arroganz, aber ich glaube meine Chancen auf Erfolg mit dem letzten Absatz nicht geschmälert zu haben, auch wenn nicht wenige von euch mir jetzt schon aus Prinzip widersprechen möchten.

Mein Mittel dazu ist ein Appel an eure Moral. Wenn die Menschen determiniert sind, sind sie vorherbestimmt. Nicht im spirituell-religiösen Sinne vorherbestimmt, dass ein höher gestelltes Wesen ihr Schicksal als Teil eines größeren Plans zurechgelegt hat, sondern im streng naturwissenschaftlichen Sinne. Die Menschen sind an die Gesetze gebunden und jeder Handlung, jede Entscheidung und jeder Gedanke ist nur ein kleines Teilchen in dem gigantischen System, das wir Universum nennen. Ein lange zurückliegender Grund hat durch eine Kette unbekannter Länge unausweichlich dazu geführt, dass ihr diesen Text lest. Ich kann euch genau jetzt vor die freie Wahl stellen aufzuhören und stattdessen einem euch wichtigen Menschen eine Nachricht zu schicken (was in den meisten Fällen die bessere Entscheidung wäre), doch welche Entscheidung ihr trefft ist determiniert. Noch klarer gesagt: bevor ihr von dieser Wahlmöglichkeit erfahren habt, stand eure Entscheidung fest.

Damit ist die Bezeichnung freie Wahl" nur noch eine Farce. Wir sind nicht frei und werden es auch nie sein. Ob ich heute früh schlafen gehe, ob ich die nette junge Dame anrufe und um eine Gelegenheit bitte ihr das Wirrwarr, dass mein Gefühlsleben in ihrer Gegenwart wird, zu erklären, ob ich damit Erfolg habe oder nicht, ob ich nach meinem Studium einen Job bekomme, ob ich in zehn Jahren noch lebe und noch so viel mehr ist durch den Jetztzustand unseres Universums bestimmt und wir können nichts dagegen tun. Selbst den scheinbar extremen Ausweg aus dieser Kette, die extremste Entscheidung, das eigene Leben zu beenden, ist determiniert, vorherbestimmt und damit nur ein winziges Glied in der lange folge von Geschehnissen, deren Zeugen wir tagtäglich sind.

Denn das ist das Maximum an Identität und Personalität, das übrig bleiben kann: ein Beobachter. Ein Zwerg in einer Flasche, der nur stumm und untätig zusehen kann, wie eine Entscheidung zu nächsten führt. Wir leben unser Leben nicht; wir durchleben es. das leben meiner ungeborenen Kinder (falls mir welche vorherbestimmt sind) ist durch den Jetztzustand vollkommen vorherbestimmt. Das Urteil eine neutralen Gerichts über eine Straftat, die ich noch nicht begangen (und noch nicht geplant) habe ist vorherbestimmt. Soll noch einmal jemand rufen "Lang lebe die Gerechtigkeit". Ich habe keinen Einfluss auf mein Leben. Ich kann nicht entscheiden, mehr zu arbeiten und mehr zu lernen um Erfolg zu haben, denn ich habe keine Wahl.

Keine Gerechtigkeit, keine Möglichkeiten, keine Freiheit, das bedeutet Determinismus. Das ist die Konsequenz aus der Herrschaft des Naturgesetzes.
Glaubt an die Physik. glaubt, dass alles durch komplexe Formeln erklärt werden kann und findet Sicherheit darin. Doch damit gebt ihr jede Möglichkeit auf, euer Leben selbst zu gestalten. ihr könnt nicht mehr entscheiden was ihr tut, wen ihr liebt, was ihr mit der Zeit, die euch gegeben ist anfangt. Ihr könnt nur zusehen, wie euer Leben seinen Lauf nimmt und euch einreden, dass ihr es so gewollt habt.

Da habt ihr was zum Nachdenken, viel Freude und gute Nacht.

5.10.14 00:30
 


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